Erdgasbohrungen in der Gemeinde Bomlitz! Wollen wir das zulassen?

Im öffentlichen Teil der Ratssitzung am 20. Dezember informierte der Bürgermeister den Rat der Gemeinde, dass kürzlich Vertreter der Fa. Vermilion Energy vorstellig wurden. Sie haben angekündigt, dass auf dem Gebiet der Gemeinde Bomlitz Erkundungsbohrungen für Erdgas geplant sind. Dem zuständigen Bergamt (LBEG) sollen dafür mehrere Stellen vorgeschlagen werden. Eine dieser vorgesehenen Bohrstellen, diese war schon mal aktiv, soll sich am Rande der Wisselshorst bei Kroge befinden. Nur wenige hundert Meter von den Ortschaften Kroge, Westerharl, Hasberg und Bommelsen entfernt.

Im nächsten Bauausschuss am 23. Januar um 18:00 Uhr im Rathaus

wird das Thema vorgestellt. Dort werden wahrscheinlich auch Vertreter obengenannter Firma anwesend sein und das Vorhaben erläutern. Da die genannte Bohrstelle damals wohl zu geringe Fördermengen versprach, wurde sie aufgegeben. Vermilion Energy sagte bei den Veranstaltungen in Fallingbostel zwar, das Fracking nicht geplant wäre, aber genau dies ist das Verfahren mit dem wenig erträgliche Förderstellen wirtschaftlich gemacht werden. Eine verbindliche Aussage, dass Fracking nicht angewendet wird, sieht anders aus.

Was häufig gerne unterschlagen wird ist, dass schon bei Erkundungs- und Aufschlussbohrungen Luftverunreinigungen anfallen, u.a. Quecksilber, Benzol und radioaktive Stoffe, die in den letzten Jahren in Verbindung mit der auffälligen Häufung von Krebserkrankungen gebracht werden. Seit mehreren Jahren ist dies ein Thema im südlichen Kreis Rotenburg. Wenn mit den Bohrungen begonnen wird, kann niemand mehr die anschließende Erdgasgewinnung, unter Einsatz aller Mittel, wie auch das zu Recht sehr umstrittene Fracking und das spätere Verpressen des Lagerstättenwassers stoppen.

Hier sollte der Rat der Gemeinde schnellstmöglich aktiv werden, sich nicht nur auf die bekannte Schönfärberei der Gasförderindustrie verlassen, sich auch unabhängigen Expertenrat einholen, und das Vorhaben äußerst kritisch bewerten. Der Rat der Stadt Bad Fallingbostel hat dies schon vorbildlich mit einer entsprechenden Resolution aller Fraktionen getan.

Uwe Eilers

1.Vorsitzender der BLB